Wohnmobil-Rundreise Schweden

Wandern mit dem Wohnmobil

Ein Reisebericht von Ulla & Jens Neubert

Im hohem Norden, in Lappland haben wir, (meine Frau Ulla und ich, Jens Neubert, beide 60+) eine abwechslungsreiche Reise mit unserem HYMER CS 524 im Juno/Juli 2009 gemacht.

Wir starten in Richtung Norden von Fagersta / Mittelschweden aus, folgen der schwedischen Ostseeküste auf der Europastrasse / E4 bis Härnösand und nutzen dort den Stellplatz direkt an der ”Hohen Küste Brücke”. Nun folgen wir den ”Ångerman-Strom” Richtung Norwegen, also querfeldein, bis Tärnaby/Hemavan, und wir sind dicht an Lappland! (Dies sind die Heimatorte von Anja Persson und Ingemar Stenmark!!)

Hier startet der ”Kungsleden”, eine gut markierte Wanderstrecke mit ausgezeichneten Übernachtungshütten aber weit von all anderer Zivilisation! Gesamt sind es 440 Km (!) und endet im nördlichsten Abisko. Mit dem Wohnmobil kommt man an nur fünf Stellen an die Strecke. Von Hemavan (hat Campingplatz) sind wir die zwei ersten Teilstrecken gewandert, mit schlafen im Syterhäuschen. Bereits hier kann man alpine Landschaft erleben, Spitze von 1 770 m ü M. Naturschöne Wanderung und es herrscht totale Stille! Zurück in Hemavan haben wir das ”Midsommerfest” mitgefeiert. Ein Volksfest mit Buffé, Musik und Tanz, zum 21. Juno, wo Tag und Nacht gleich lang/kurz sind, und es ist vollhell die ganze Nacht. Das ist auch ein Vorteil beim Wandern, denn dann verliert man total den Zeitbegriff im Tagesrhythmus!

Die Fahrt ging weiter in Richtung Mo i Rana Norwegen, jetzt sind wir am Atlantik. Wir machen einen Abstecher zum Glacier “Svartisen” den man jedoch auch nur erreicht indem man das letzte Stück mit dem Boot fährt und dann einen Steg über die Felsen bis an das blaugrüne Eis heranwandert!

Aber, der Weg lohnt sich, sogar doppelt, denn man muss ja auch wieder zurück...weiter nördlich passieren wir nun erst den ”Polarkreis” auf einem gewaltigen Hochplateau. Hier ist ein sehenswertes Service-Gebäude vorhanden. Auch das Olympische Feuer hat man hier entlang getragen zu den Lillehammer-Spielen, 1994. Man fährt gut auf der grossen E6, wovon wir den nächsten Abstecher zum ”Saltstraumen” machen. Durch Ebbe & Flut und den Engpass in die Fjorde ist hier die stärkste Strömung Norwegens zu sehen, die Zeiten sind auf die Minute genau im Computer angegeben! Mit der Strömung gibt es Fisch, und so ist es ein populärer Angelplatz.

Via der E6 fahren wir bis Bognes, wo wir die zweistündige Fähre nach Lödingen auf dem Lofoten nehmen. Diese einzigartige schöne Insellandschaft ist einmalig.

Die Berge wirken höher als sie sind, da sie direkt aus dem Meer ragen. Der eine Fischerort ist schöner als der andere. Man muss sie nur aussuchen wie man wünscht, oder: wer die Wahl hat, hat die Qual. Um die Mitternachtsonne jedoch im Meer versinken zu sehen, sollte man sich auf die nordwestliche Seite begeben. Orte wie z.B. Laukvik, Brenna oder Eggum sind nur als Beispiele genannt.

Ein anderer Höhepunkt ist eine Seereise einer Teilstrecke mit dem “Hurtigrutten”. Die Möglichkeiten von hier aus sind zahlreich. Wir haben die Tour von Harstad nach Tromsö und zurück gemacht. Das Wohnmobil bleibt im abgesperrten Hafen stehen, da diese zu hoch sind, zum Mitnehmen. (Sortland-Svolvaer ist eine andere Variante). /// In Harstad kann man übrigens eine Besichtigung machen, über die grösste landbasierte Kanone der Welt, die Adolf Kanone aus den 40-er Jahren, vielleicht von Interesse!? ///

Über die neu ausgebaute E10 geht es durch Tunnels und über Brücken zurück nach Schweden, an Narvik vorbei, und landen in Abisko. Wir wandern zwei Strecken auf dem Kungsleden im Nationalpark und schlafen im Abiskojaurehäuschen.Zurück auf der E10, entlang der Erzbahn, kommen wir via Kiruna nach Nikkaluokta, eine Siedlung, die 70 Km an einer Sackgasse am Rande des Kebnekaise liegt. Das ist der Top von Schweden mit 2 120 m ü M. Am frühen Morgen starte ich mit 10 Minuten Hubschrauberflug und lande am Fusse des Berges auf einer Gebirgsstation. Nach 1 660 m ü M wende ich, und wandere zum HYMER zurück. Mit kleinerer Bootsfahrt übern See sind es knappe 20 Km. Nun die 70 Km zurück nach Kiruna, ist ein Besuch absolut notwendig, denn; ca. ein drittel der Stadt wird innerhalb 10 bis 15 Jahren in einer neuen Erzfindung verschwinden! Das Rathaus, Bahnhof und Kirche, sowie etliche Wohnhäuser sind davon betroffen, und werden bereits anderswo wieder neu aufgebaut!! Sehenswert gleich vor der Stadt ist auch das berühmte ”Eishotel Jukkasjärvi” und der ”Esrange Raketenbas”. Auf der E45, dem ”Inlandsweg” (Göteborg-Karesuando/Grenze Finland) fahren wir bis Porjus und machen hier einen neuen Abstecher von guten 90 Km auf einer Sackgasse! Hier ”wandern” wir wiederum mit den Fahrrädern am ”Stora Sjöfallet” entlang. Vor dem Dammbau gab´s hier Schwedens gewaltigsten Wasserfall. z Zt. war der Wasserspiegel 8 M abgesetzt, wegen Kraftwerkreparaturen, sodass die Landschaft nicht gerade die schönste war, aber es hinterlässt jedoch einen mächtigen Eindruck. Bis zum ”Ende der Welt” nach Ritsem, führt eine schmale Strasse, noch weitere 40 Km. (hat Busverbindung, im Sommer). Von hieraus gehen viele Wander-und Fischtouren, hier gehen auch drei grosse Nationalparks zusammen; Sarek, Padjelanta und Stora Sjöfallet. Voriges Jahr 2009 hatten die Nationalparke 100-Jähriges Jubiläum.

Mit den Bergbildern von “Akka” vor Augen, wie aus Selma Lagerlövs Buch: “Nils Holgerssons wunderbare Reise”, beenden wir hier unsere Tour, denn der Rest des Heimweges, meist auf der E45, ist ja reine Transportstrecke, von rund 850 Kilometern. Und der gute HYMER, er läuft, und läuft, und läuft...

Mit freundlichen Reisegrüssen von Ulla & Jens Neubert, S – FAGERSTA.

Hier noch einige Fakten;

Es war unsere dritte Nord-Skandinavien Reise, 1) Nordkap, 2) Tromsö – Lofoten, 3) Lappland. Den HYMER Camp Swing CS 524 fahren wir seit Nov. 2002, und haben seitdem gute 70 000 Km gefahren, auch in Zentral-Europa. Oft fahren die Kinder und/oder Enkelkinder auch mit, deswegen ist die Bettenzahl (6), und der Raum-Stau-Bereich auch optimal. Einmal funktionierte das Mobil sogar als „Umzugsfahrzeug“ für 5 Pers. von Luxembourg nach Fagersta, eine Woche unterwegs!! Falls Sie weitere Info wünschen, stehen wir natürlich gerne zur Verfügung. In diesem Sinne, alles Gute und weiterhin Gute Fahrt, Jens Neubert