Wohnmobilreise Südamerika

Mit dem HYMER-Camper bis ans Ende der Welt

Ein Reisebericht von Rudolf und Hannelore Kurz

Unsere Südamerikareise begann in Argentinien – Buenos Aires und führte über Feuerland am Ende der Welt nach Chile, Peru, Ecuador, Bolivien, Brasilien und Uruguay. Mit der Grimaldi Line aus Italien geht es von Hamburg über den Atlantik nach Buenos Aires. Unser HYMER-Camp steht geschützt und abgesichert in dem großen Schiffsdeck.

Ich – Rudi (62) – fuhr mit dem Frachtschiff mit und war gut in einer Kabine untergebracht. Bei guter Italienischer Küche inkl. Getränke war die 4-wöchige Überfahrt gut zu überstehen.

Mit dem Flugzeug kam nun meine Ehefrau Hannelore (58) und Yorki nach. Eine Gemeinsame Seereise scheiterte weil kein Hund an Bord erlaubt ist. Ansonsten war der Hund auf der ganzen Reise kein Problem.

Wir haben uns vor der Abreise vom Argentinischen Konsulat eine Bestätigung im Impfpass besorgt! Wir selbst haben uns gegen Gelbfieber (Pflicht), Diphtherie, Tetanus, Polio und Hepatitis impfen lassen. Malariamittel haben wir zur Vorsorge mitgenommen.

Von Buenos Aires ging es nun am Rio Plata entlang an der Ostküste von Argentinien Richtung Feuerland. Unterwegs haben wir auf der Halbinsel Valdes mit dem Schiff Wale beobachtet. Wir haben See-Elefanten und Pinguin-Kolonien gesehen. Bei Sarmiento bestaunten wir über 30 m lange versteinerte Bäume und das Dinosaurier Museum.

Auf der Weiterreise bringt uns eine Fähre über die Magellanstrasse nach Feuerland. In Ushuaia erreichen wir das Ende der Welt (Fin del Mundo, Foto oben). Im Nationalpark Tierra del Fuego beeindruckt uns die wunderschöne Natur und die Tierwelt. Auch endet hier die Panamerikana. Im Museum erhält man den Stempel „Fin del Mundo“ in den Pass.

Schweren Herzens haben wir uns von Feuerland getrennt und fuhren nun mit dem Schiff von Porvenir nach Punta Arenas in Chile.

Im Nationalpark Torres del Paine (Bild rechts) haben wir auf einer Bootstour bei einem Whisky mit Gletschereis den Grey – Gletscher beim Kalben beobachtet. Ein neuer Höhepunkt unserer Südamerikareise! (Foto unten)

Im Nationalpark konnten wir uns von den herrlichen schneebedeckten Bergen, den Gletschern, unzähligen Seen, der bezauberten Flora und Fauna nicht satt sehen. Auch riesige Guanaco – Herden haben wir gesehen. Über steinige Pisten (Ruta 40) fuhren wir nun zu dem großen Perito Moreno Gletscher in Argentinien.

Man läuft hier über Holzstege am Gletscher entlang und Beobachtet das Kalben der gewaltigen Eismassen! (Foto unten) Wieder über Wellblechpisten gelangen wir zum Traum aller Bergsteiger. Dem Fitz Roy-Massiv. Eine 10-stündige Tagestour entschädigt uns mit einem grandiosen Ausblick auf das Fitz Roy Massiv.

Die Reise geht nun weiter auf der Panamerikana durch das schmale aber dafür ca. 4.500 Kilometer lange Chile über Santiago, Antofaqasta, Iquique, an wunderschönen Stränden entlang nach Arica. Unterwegs kontrolliere ich immer wieder Reifen, Fahrwerk und Motor, aber der HYMER läuft sehr gut.

Auch die Grenzkontrolle nach Peru verläuft ohne Schwierigkeiten. Nächstes Ziel war – nachdem wir Arequipa besichtigt haben – Nasca. Mit einem Kleinflugzeug (Cesna) überfliegen wir die Hochebenen von Nasca. Auch besuchten wir die Mumien – Gräber dieser Gegend. Bald haben wir die Hauptstadt Lima erreicht.Die Traumstrände am Meer entlang laden uns zum Baden ein. In Trujillo und Chan Chan haben wir die Pyramiden und Ruinen der Chimu-Kultur besucht. In dem wunderschönen Badeort Huanchaco kann man die besten Fischgerichte essen.

Hier benutzen die Fischer immer noch die traditionellen Schilfrohrboote. In Peru stehen immer wieder entlang der Hauptstrassen Polizeistreifen in Ihren Geländewagen und winken uns freundlich zu oder fragen nach eventuellen Problemen. Die Strassen in Richtung Ecuador führen teilweise durch Dünenlandschaften und sandverwehten Strassen. Wir staunen auch über die riesigen Spargelfelder und Mango-Plantagen. Auf dem Speiseplan steht Mango satt.

Ab der Grenze Ecuador (Grenzabwicklung problemlos) steigt die Strasse Richtung Anden stetig an.

Sie wird die Strasse der Vulkane genannt. Wir fahren über 3000 Meter hohe Pässe und der Turbo dreht hörbar laut, kein Wunder – die Luft wird dünner. Endlich kommen wir in Quinto an. In der Nähe befindet sich das Monument Mitad Del Mundo (Mittelpunkt der Erde, Bild links). In Quinto ist unsere nördlichste Punkt erreicht.

Jetzt geht es wieder Richtung Süden zurück nach Peru nach Machu Picchu – dem Höhepunkt jeder Südamerikareise. Also zurück nach Nasca und Dal nach Cusco. Doch wir kamen nur bis Abankay, ca. 80 Kilometer vor Cusco. Es war Regenzeit und aus den kleinsten Flüsschen wurden reißende Flüsse. Die Brücken waren weggerissen.

Wir mussten einen Riesenumweg über Arequipa, Tuliaca nach Cusco bis Ollantaytambo in Kauf nehmen. In diesem Ort befindet sich auch eine alte Ruinenstadt der Inkas. Von hier kann man nur mit der Eisenbahn nach Machu Picchu fahren. Es ist ein eintägiger Ausflug zu den gut erhaltenen Inkaurnen in 2700 Metern Höhe. Es ist zu empfehlen mit dem ersten Zug am Morgen zu fahren, dann ist man noch ziemlich alleine zur Besichtigung.

Der grandiose Ausblick auf diese Sehenswürdigkeit lässt alle Strapazen vergessen. Am Hochwasser führenden Urubamafluss führte die Rückreise von Peru über Puno am Titicaca-See (Bild rechts) entlang. Eine ziemlich klapprige Holzfähre brachte uns mit unserem HYMER-Camp über den 822 Meter hochgelegenen See. Am anderen Ufer sind wir bereits in Bolivien. Die Grenzabfertigung ging rasch und ohne Probleme.

Über La Paz und Oruro wollten wir über die Anden. Zwei Versuche über die Anden zu kommen scheiterten an Hochwasserführenden Flüssen und Weggerissenen Brücken. Also zurück nach Arica/Chile und über die Panamerikana nach Chuquicamata – der größten Kupfermine der Welt geht es durch die Atacama-Wüste (Bild unten) nach San Pedro de Atacama, einem kleinen Wüstenort mit einer Kirche deren Decke mit Kakteenholz gebaut ist. Hier treffen sich Wüstensüchtige aus der ganzen Welt.

Auch wir bestaunten den Sonnenuntergang im Valle de la Luna. Die letzte Möglichkeit über die Anden zu gelangen war jetzt der Jama-Pass mit einer Höhe von 4800 Metern. Eine neue stetig steilansteigende Strasse führte durch eine interessante Landschaft und auf der Passhöhe glaubte man auf dem Mond zu sein.

Auch der Turbodiesel unseres HYMERS hat ganze Arbeit geleistet. Abrupt endet diese schöne neue Strasse an der Grenze zu Argentinien und es folgte eine nicht enden wollende Schotterpiste.

Aber die Landschaft entschädigte die Strapazen. Erleichtert führte die Route auf eine Asphaltstrasse von San Salvador de Juiuy und an der Grenze zu Paraquay entlang bis zu den Wasserfällen von Iguacu. In dieser bezaubernden Landschaft stürzt das Wasser des Rio Iguacu tosend über 72 Meter in die Tiefe. Leider müssen wir auch dieses Naturwunder wieder verlassen.

Auf guten Strassen müssen wir ins Nachbarland Brasilien, über Curitiba, Sao Paulo und herrlichen Sandstränden entlang bis Rio de Janeiro. Unser HYMER ist direkt an der Copa Cabana abgestellt und verbringen die heißeste Nacht (300) Aus unserem Wohnmobil können wir direkt auf den Pao de Azucar (Zuckerhut) sehen. Man kann auch mit dem Auto zum Cocovardo (Christusstatue) fahren. Doch wir zogen es vor mit der Zahnradbahn durch den Tropischen Tijuca Nationalpark zum Christo Redentor zu fahren.

Es war ein gigantischer Ausblick auf den Zuckerhut und die herrlichen Buchten und Inseln. Ein Spaziergang an der Copa Cabana durfte natürlich nicht fehlen. Mit Wehmut nehmen wir Abschied von Rio. An wunderschönen Badebuchten entlang nahmen wir Kurs auf Uruguay über Montevideo zur Fähre in Colonia des Sacramento.

Auf ca. 3-stündiger Überfahrt verzaubert uns die Erleuchtete Silhouette von Buenos Aires. Und hier endete auch unsere Südamerikareise. Wir waren ungefähr ein halbes Jahr in Südamerika unterwegs und haben dabei ca. 40.000 Kilometer zurückgelegt.

Die Zoll- und Verschiffungsformalitäten waren noch zu erledigen. Mit unguten Gefühlen lassen wir unseren HYMER im Zollhafen zurück Es ist als lässt man einen guten Freund alleine. Wir drei fliegen mit Iberia nach Hause. Nach 4 Wochen können wir den HYMER wohlbehalten in Hamburg abholen.

Wir erinnern uns gerne an diese abenteuerliche Reise.

Es ist nur eine kurze Zusammenfassung. Es gibt noch viel zu berichten...